DEMOKRATIE IM FOKUS

Unser Projekt Demokratie im Fokus leistet einen wichtigen Beitrag zur Diversifikation unserer Parlamente und ermächtigt junge Multiplikator*innen aktiv an der Gestaltung unserer Demokratie mitzuwirken. Dabei nehmen wir uns die Listenaufstellung von Parteien vor, die wir als systemische Stellschrauben identifiziert haben, um unterrepräsentierten Gruppen einen besseren Zugang zu Politik zu ermöglichen und somit nachhaltig verschiedenste Perspektiven in unseren Parlamenten abbilden zu können.

Ihr habt als Partei Interesse an einem Workshop?

Wir bieten ab sofort digitale Workshops für alle interessierten Parteigliederung demokratischer Parteien an!

Ihr wollt faire, transparente und inklusive Listenverfahren?

Dann ist unser neues Workshopformat im Rahmen des Projekts Demokratie im Fokus genau das Richtige für Euch!

🔍 Was euch erwartet:
In einem geschützten Raum könnt ihr gemeinsam mit anderen Parteimitgliedern

  • Austausch ermöglichen,
  • eigene Erfahrungen reflektieren,
  • strukturelle Hürden erkennen,
  • und konkrete Lösungen entwickeln – für mehr Diversität und Chancengerechtigkeit in euren Listenprozessen.

 

💡 Was bringt euch der Workshop konkret?

  • Stärkung innerparteilicher Demokratie
  • Mehr Transparenz und Fairness in Auswahlverfahren
  • Neue Beteiligungsmöglichkeiten für bisher unterrepräsentierte Gruppen
  • Höhere Attraktivität für Neumitglieder und Interessierte
  • Bessere gesellschaftliche Repräsentation

 

📋 Kurzinfos:
🕒 Dauer: 3 Stunden
👥 Teilnehmende: 12–15
💻 Format: digital (auf Anfrage auch in Präsenz)
📆 Zeitraum: Mai 2025 – Juni 2026
💰 Kosten: keine

Warum braucht es das Projekt?

Unsere Demokratie steht vor großen Herausforderungen: Viele, vor allem junge Menschen, sind politisiert wie nie und engagieren sich in zivilgesellschaftlichen Bewegungen. Die wenigsten können sich allerdings vorstellen in einer aktiv zu werden. Intransparente Verfahren, besonders bei der Vergabe von Gremien- und Listenplätzen, behindern ein langfristiges Engagement und die Möglichkeit zu einer eigenen Kandiatur, insbesondere für unterrepräsentierte Gruppen, wie Frauen oder Menschen mit Migrationshintergrund (Debus & Himmelrath, Who Runs in the End? New Evidence on the Effects of Gender, Ethnicity and Intersectionality on Candidate Selection, 2024).

Die Folgen sind eine geringe Diverstiät des politischen Systems, so eine wachsende Kluft zwischen den politischen Institutionen und der Gesellschaft.

Und hier setzt Demokratie im Fokus an.

Wie läuft das Projekt ab?

Durch die Vernetzung von Vertreter*innen aller demokratischer Parteien, zivilgesellschaftlichen Organistionen und Expert*innen sollen Lösungsansätze für transparentere und offene demokratische Listenverfahren entwickelt und in praktischen Workshops implementiert werden. Demokratie im Fokus schließt an das Vorgängerprojekt Parteiwatch an. Das dort entwickelte Toolkit wird in Workshops übersetzt und von Multiplikator*innen umgesetzt.

Eine 6-monatige hybride Ausbildungsreihe für 20 Multiplikator*innen, mit zwei Treffen in Präsenz und monatlichen digitalen Workshops, macht engagierte Jugendliche und junge Erwachsene in sämtlichen Themen rund um Diversität, Parteiengagement, Repräsentation und Listenaufstellung fit. Die Reihe übersetzt das Toolkit in ein Workshopkonzept, mit dem Ziel, die Erkenntnisse in lokalen Parteistrukturen zu verankern.

Hintergrund

Wir haben einige Fragen gesammelt, die im Rahmen des Themas häufig gestellt werden. Klickt Euch als Einführung gern durch!

Was ist eine Mitgliederversammlung?
Das ist ein Treffen, bei dem alle Mitglieder einer Partei auf niedrigster Ebene (aus einem Ort) zusammenkommen. Sie sprechen über wichtige Themen und treffen Entscheidungen, zum Beispiel wer kandidieren soll.

Was ist eine Delegiertenversammlung?
Das ist ein Treffen, bei dem nicht alle Mitglieder selbst kommen, sondern nur Vertreter (Delegierte). Diese wurden vorher gewählt und entscheiden dann stellvertretend für alle.

Was ist ein Wahlkreis? Und warum ist er wichtig?
Ein Wahlkreis ist ein Gebiet (z.B. eine Stadt oder Region), in dem Menschen wählen. Für jeden Wahlkreis gibt es einen direkten Sitz im Parlament.

Was ist der Unterschied zwischen einer Direktkandidatur und einem Listenplatz?

  • Direktkandidatur: Jemand tritt in einem bestimmten Wahlkreis an. Wer dort die meisten Stimmen bekommt, gewinnt direkt.
  • Listenplatz: Jemand kommt über die Landesliste der Partei ins Parlament – je nachdem, wie viele Stimmen die Partei kommt.
 
Was bedeutet es, “über die Liste” gewählt zu werden?
Wenn eine Partei genug Stimmen bekommt, bekommt sie eine bestimmte Zahl an Sitzen. Diese Sitze werden dann in der Reihenfolge der Liste vergeben – also „über die Liste“. 
 
Wie funktioniert das Verhältniswahlrecht mit den Listen?
Je mehr Stimmen eine Partei bekommt, desto mehr Plätze (Mandate) bekommt sie. Diese werden mit den Personen auf der Liste gefüllt – von oben nach unten.

Warum braucht es Listen?
Listen zeigen, in welcher Reihenfolge Kandidatinnen und Kandidaten bei Wahlen für eine Partei antreten. Wer oben auf der Liste steht, hat bessere Chancen, gewählt zu werden.

Wie viele Personen schaffen es von einer Liste ins Parlament?
Das hängt davon ab, wie viele Stimmen die Partei bekommt. Bei vielen Stimmen kommen viele Listenplätze dran – bei wenigen Stimmen nur wenige.

Was passiert, wenn jemand auf der Liste später nicht mehr kandidieren will?
Dann rückt meistens die nächste Person auf der Liste nach. Die Partei kann aber auch eine neue Person nachwählen – je nach Regelung.

Was machen Menschen, die nur auf den hinteren Listenplätzen stehen?
Sie haben nur geringe Chancen, gewählt zu werden – aber sie unterstützen die Partei im Wahlkampf und stehen bereit, wenn jemand ausscheidet oder nachrückt.

Warum kandidieren manche Leute gleichzeitig im Wahlkreis und auf der Liste?
Das ist eine doppelte Chance: Wenn sie den Wahlkreis gewinnen, kommen sie direkt ins Parlament. Wenn nicht, können sie vielleicht über die Liste nachrücken.

Kann man auch ohne Partei auf eine Liste kommen?
Nein, nur Parteien dürfen Listen einreichen. Aber man kann als Einzelperson direkt kandidieren – dann braucht man viele Unterschriften.

Wie werden Kandidierende vorgeschlagen? Schlagen sie sich selbst vor oder von jemand anderem?
Beides ist möglich. Manche bewerben sich selbst, andere werden von jemandem vorgeschlagen.

Gibt es interne Bewerbungsverfahren?
Ja, viele Parteien haben Verfahren, bei denen sich Interessierte intern vorstellen und bewerben müssen, bevor sie auf eine Liste kommen.

Muss man irgendwie qualifiziert sein?
Man braucht keine besondere Ausbildung. Aber es hilft, wenn man sich auskennt, aktiv in der Partei ist oder Unterstützung von anderen hat.

Steht vor dem Abstimmungsverfahren fest, wer welchen Listenplatz bekommt?
Nein, meistens wird darüber abgestimmt. Häufig gibt es vorgeschlagene Listen des Partei-Vorstandes.

Wie entscheidet sich, wer ganz oben oder ganz unten auf der Liste steht?
Die Partei stimmt darüber ab. Oft bewerben sich mehrere Personen für einen Platz. Wer die meisten Stimmen bekommt, kommt weiter nach oben.

Was passiert, wenn es mehr Bewerbungen als Listenplätze gibt?
Dann wird abgestimmt. Manchmal gibt es Vorstellungsrunden, Fragerunden oder parteiinterne Wahlen.

Wie kann ich als normales Parteimitglied mitentscheiden, wer auf die Liste kommt?
Bei vielen Parteien kannst du auf Parteitagen oder Mitgliederversammlungen mit abstimmen – wenn du dort Mitglied bist und Stimmrecht hast.

Warum gibt es keine einheitlichen Verfahren für die Belegung von Listenplätzen?
Weil jede Partei und jedes Bundesland eigene Regeln machen darf. Es gibt keine Pflicht, alles überall gleich zu machen.

Wechseln Kandidierende den Wahlkreis/Bundesland für eine Chance auf einen besseren Listenplatz?
Ja, das passiert. Manche ziehen in ein anderes Bundesland oder bewerben sich dort, wo sie bessere Chancen haben.

Gibt es Streit um Listenplätze? Und wie wird das gelöst?
Ja, oft gibt es viele Bewerber*innen. Wer welchen Platz bekommt, wird abgestimmt. Manchmal gibt es interne Absprachen, Kompromisse oder Abstimmungen in mehreren Runden.

Gibt es Zusammenarbeit/Kooperation bei der Erstellung von Listen über die Bundesländer/Parteien hinweg?
Selten. Das hängt von der Wahl (Bundestagswahl/Europawahl) ab. Bei der Bundestwagswahl erstellt jedes Bundesland seine eigene Liste. Bei der Europawahl sprechen sich die Bundesländer innerhalb einer Partei ab.

Was ist eine Quote?
Eine Quote ist eine feste Regel, damit bestimmte Gruppen (z. B. Frauen, junge Menschen) besser vertreten sind. Zum Beispiel: Mindestens 40 % der Plätze sollen an Frauen gehen.

Welche Verfahren gibt es, um Diversität in der Repräsentation zu fördern?
Zum Beispiel Quoten (für Frauen, junge Leute, Menschen mit Migrationsgeschichte), bestimmte Platzregeln (abwechselnd Mann/Frau) oder Extra-Plätze für bestimmte Gruppen.

Was bedeutet “paritätische Besetzung” einer Liste?
Das heißt: Die Liste soll gerecht zwischen Frauen und Männern (oder anderen Geschlechtern) aufgeteilt sein – z.B. immer abwechselnd Frau-Mann-Frau.

Was ist ein “Schattenkabinett” oder eine “Spitzenkandidatur”? Ist das das Gleiche wie ein Listenplatz?

Nein.

  • Spitzenkandidat*in ist die bekannteste Person, die eine Partei in den Wahlkampf führt.
  • Ein Schattenkabinett ist eine Gruppe, die zeigt, wer später Minister*innen werden könnten.
    Beides hat mit der Liste zu tun, ist aber kein fester Listenplatz.

Wie könnte dieses Verfahren transparenter werden?
Man könnte mehr Infos öffentlich machen, z. B. wer sich bewirbt, wie die Auswahl abläuft, wer abstimmt und warum jemand gewählt wurde.

Warum ist es nicht schon transparent?
Oft entscheiden kleine Gruppen intern. Manche Parteien wollen Konflikte vermeiden oder Bewerber schützen. Auch gibt es keinen Zwang zur Offenheit.

Kann man bei den Abstimmungsverfahren zuschauen?
Manchmal ja, zum Beispiel bei öffentlichen Parteitagen. Aber interne Sitzungen sind oft nicht öffentlich.

Hier geht es zur unserer Kampagne

Wahlen gelten als Herzstück der Demokratie  – offen, gerecht, transparent. Doch was viele nicht wissen: Bevor überhaupt gewählt wird, wird aussortiert.

Wir fordern klare, nachvollziehbare Kriterien für die Auswahl von Kandidat*innen, die aktive Förderung von Vielfalt in den Aufstellungen und eine gelebte Transparenz in den internen Verfahren der Parteien.

Mehr dazu hier!

Dieses Projekt wird gefördert von:

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